10 Jahre Innovation Netzwerk Textil e.V.

Liner für Träger von Beinprothesen

Projekte für die Zukunftsfähigkeit der sächsischen Textil- und Bekleidungsbranche

Neuartige Spezialstrümpfe für Prothesenträger, Sticken für technische Anwendungen und andere tragfähige Ideen

Für die Träger von Beinprothesen wird das Leben angenehmer. Die Strumpfwerk Lindner GmbH, Hohenstein-Ernstthal, bringt in absehbarer Zukunft einen elastischen Spezialstrumpf auf dem Markt, der gegenüber den bislang existierenden derartigen Linern (so der Fachbegriff) gravierende Vorteile aufweist. "Mit unserer CNC gesteuerten 3-D-Rundstricktechnik können wir die elastischen Stabilisatoren im Kniebereich millimetergenau und damit anatomisch exakt platzieren. Die Liner verrutschen bei Beugebewegungen oder beim Sitzen nicht", erläutert Firmenchef Thomas Lindner. "Außerdem sind wir in der Lage, die innenliegende Gel-Schicht je nach Bedarf in unterschiedlicher Stärke aufzubringen. All das erhöht den Tragekomfort erheblich. Prothesenträger können künftig im Sanitätshaus ihre Maße abnehmen lassen und erhalten anschließend die passenden Liner." Wie der Geschäftsführer des sächsischen Familienunternehmens betont, wäre diese Entwicklung in verhältnismäßig kurzer Zeit ohne die Mitwirkung des Innovation Netzwerk Textil e.V. (INNtex), Chemnitz, nicht möglich gewesen.

Der Verein koordinierte das Zusammenwirken des Entwicklungsteams des mit Bundesmitteln geförderten Vorhabens "Kundenindividuelle Elastikkomponenten für Beinprothesen". Neben dem Strumpfwerk Lindner waren Partner wie die TU Chemnitz, die Orthopädietechnik Wolf GmbH, Hohenstein-Ernstthal, und die Firma Pfeil Nähmaschinen, Mühlau, beteiligt. Außerdem vermittelte der INNtex e.V. eine zum Thema passende Diplomarbeit, deren Autor Thomas Grätz mittlerweile als Innovationsassistent in Strumpfwerk Lindner GmbH tätig ist. "Die Entwicklung der neuartigen Orthopädie-Erzeugnisse ist ein typisches Beispiel für die Tätigkeit unseres Vereins. Wir organisieren die Zusammenarbeit von Forschern und Praktikern aus unterschiedlichen Unternehmen und Branchen", erläutert INNtex-Geschäftsführer Christoph Lommatzsch. "Mit diesen Hightech-Produkten kann die Strumpfwerk Lindner GmbH ihre Position auf dem interessanten Markt der Medizintextilien festigen und ausbauen."

Der INNtex Innovation Netzwerk Textil e.V. begeht dieser Tage sein 10-jähriges Bestehen. Der auf Initiative des Verbandes der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e.V. (vti) gegründete Verein begleitete mit zahlreichen Aktivitäten die Umorientierung der traditionsreichen heimischen Textilindustrie auf attraktive Zukunftsfelder. "In der vergangenen Dekade haben wir insgesamt 14 größere Netzwerke initiiert und geleitet sowie 100 Forschungsprojekte mit 309 beteiligten Unternehmen und Institutionen vorbereitet und betreut", berichtet Prof. Dr. Franz Rudolph, Mitbegründer und Vorstandsvorsitzender der Vereins. Im Mittelpunkt der Vereinsarbeit stehen die Konzipierung von FuE-Verbundprojekten, der Aufbau von Unternehmensnetzwerken, die Organisation des Transfers von Forschungsergebnissen und die Entwicklung von Konzepten für die Marktumsetzung innovativer Produkte und Leistungen.

"Der INNtex e.V. hat großen Anteil daran, dass es der sächsischen Textilindustrie gelungen ist, sich seit Mitte der 90-er Jahre positiver zu entwickeln als die gesamtdeutsche Branche", konstatierte vti-Hauptgeschäftsführer Bertram Höfer. "Dieser Erfolg resultiert in erster Linie aus der frühzeitigen Konzentration auf den Wachstumsmarkt der Technischen Textilien sowie aus der intensiven und systematischen Innovationstätigkeit." Seit 2006 managt der INNtex e.V. die vom Freistaat Sachsen geförderte Verbundinitiative SACHSEN!TEXTIL. Außerdem betreut er erfolgreich Förderprojekte des Bundes, z. B. aus dem Programm Innovative Regionale Wachstumskerne, und Projekte der EU. In den vergangenen Jahren entstanden Innovationsnetzwerke zu Themen wie Schutztextilien, Textilveredlung, Bautextilien und elektrisch leitfähige Textilien.

Sachsen gehört neben Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern zu den großen deutschen Textilregionen. Die traditionsreiche sächsischen Textil- und Bekleidungsindustrie zählt 12.000 Beschäftigte. Sie hat sich seit den 90er Jahren zur Hightech-Branche entwickelt. Die überwiegend mittelständischen Unternehmen nutzen die enge Nachbarschaft zu Textilforschungsinstituten wie dem STFI Chemnitz, dem TITV in Greiz, dem ITM der TU Dresden und dem ITL der Westsächsischen Hochschule Zwickau (FH) in Reichenbach für die Entwicklung innovativer Produkte und Verfahren. Der INNtex e.V. übernahm in vielen Fällen die Koordination gemeinsamer Projekte, in die auch Weiterverabeiter und künftige Anwender einbezogen werden.

Veranstaltungshinweis International Industry Forum

am 14. Juni 2012 findet in Dresden das internationale ...

mehr ...

Großprojekt zu Faserverbundwerkstoffen genehmigt

Förderantrag für "ThermoPre" am 7. März 2012 beim BMBF erfolgreich verteidigt.

mehr ...

Marktnischen und Trends für neue Märkte

Aktuelle Studie „Erfolg mit Marktnischen – Spezialisierungsstrategien für Textilunternehmen“ erhältlich.

mehr ...

Innovationsreport 2011

Die Verbundinitiative SACHSEN!TEXTIL veröffentlicht den „Innovationsreport Textil“.

mehr ...